Der Tourismus generiert eine bedeutende Wertschöpfung für die Region.
Der Tourismus generiert eine bedeutende Wertschöpfung für die Region. © Andrea Badrutt, Chur

Fast jeder zweite Franken aus dem Tourismus

Jürg Wirth Ende Januar erschien die Wertschöpfungsstudie zum Bündner Tourismus. Hier wird diese spezifisch auf die hiesige Region angeschaut.

Gemäss der Studie generiert der Bündner Tourismus eine Bruttowertschöpfung von 4,05 Mrd. Franken, das heisst, dass mehr als jeder vierte Franken im Kanton im Tourismus verdient wird.

31,3 Prozent aller Beschäftigten in Graubünden stehen mit dem Tourismus in Verbindung, beispielsweise werden in jede Zweitwohnung durchschnittlich CHF 11'600 pro Jahr investiert. 

Wie aber sieht das konkret in der Ferienregion Engadin Samnaun Val Müstair aus?

Zuerst zur etwas weniger guten Nachricht: Von 2012 bis 2022 hat sich die Beschäftigung unterdurchschnittlich entwickelt und ist lediglich um drei Prozent gestiegen, während sie im Kanton um acht Prozent gestiegen ist. Für das Jahr 2022 meldete der Kanton insgesamt rund 105'000 Beschäftigte, davon entfallen auf die Region Engadin/Südtäler 22'630 Personen, von denen wiederum 5405 in der Region Engadin Samnaun Val Müstair arbeiten. Selbstverständlich nicht alle davon im Tourismus, sondern «nur» 1585, was allerdings der zweithöchste Wert ist. Nur die Branche «übrige Dienstleistungen» kann mit 1815 Beschäftigten einen etwas höheren Wert verzeichnen. 870 der 1585 sind in der Beherbergung tätig, 265 arbeiten im Gastgewerbe und 190 schliesslich halten die Sparten Sport, Kultur, Unterhaltung und Dienstleistung am Laufen. 

Beträgt die Bruttowertschöpfung der touristischen Leistungsträger im ganzen Kanton 1,9 Mrd. Franken, so trägt die hiesige Region 142 Mio. Franken dazu bei, im Vergleich dazu kommt Engadin St. Moritz auf 550 Mio. Franken und das Valposchiavo auf 19 Mio. Franken.

Bei der Entwicklung der Logiernächte hat die Region Engadin/Südtäler gut mit dem Kanton Schritt gehalten; stiegen diese dort um 9 Prozent, brachte es die Region immerhin auf deren 8 Prozent. Interessant dabei ist, dass die Ein- bis Drei-Sterne-Hotels praktisch die gleichen Frequenzen verzeichnen wie die Vier- bis Fünf-Sterne-Häuser. Tatsächlich verbleiben die Gäste länger in der Region und kommen nicht nur für einen Tagesausflug. 79 Prozent aller Gäste übernachten mindestens einmal und nur 14 Prozent sind reine Tagesgäste, die restlichen 7 Prozent reisen zwar als Tagesgäste an, übernachten aber in umliegenden Regionen.

Fehlt nur noch die touristische Wertschöpfung, die gemäss Aussagen vorhin fast ein Viertel der gesamten Bruttowertschöpfung des Kantons ausmacht. Tatsächlich sind dies für Graubünden 4046 Mio. Franken, die gesamte Wertschöpfung liegt bei 15'277 Mio. Franken. Dazu trägt Engadin Samnaun Val Müstair 693 Mio Franken bei, wobei die touristische Wertschöpfung 272 Mio. Franken beträgt, wovon 117 Mio. Franken auf die touristischen Leistungsträger entfallen, 87 Mio. auf übrige Dienstleistungen und immerhin 39 Mio. Franken auf die Bauwirtschaft. Nimmt man die gesamte Wertschöpfung der Region von 693 Mio. Franken, so machen die 272 Mio. fast 40 Prozent davon aus. Heisst also, hier in der Gegend wird nicht nur fast jeder vierte Franken im Tourismus verdient, sondern beinahe jeder zweite. Weitere Informationen unter wertschoepfung-tourismus-graubuenden.ch.

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